Zermahlene Geschichte

(10.10.2013) — www.friedensbildung-ekm.de

Gedenkstätte Zermahlene GeschichteGedenkstätte Zermahlene Geschichte

Im neben dem Weimarer Residenzschloss gelegenen ehemaligen Marstall richtete die Geheime Staatspolizei (Gestapo)1936 ihre Leitstelle ein. Wegen Platzmangels im Hauptgebäude wurde im Innenhof zusätzlich eine provisorische Baracke mit Büroräumen und einem doppelwandig isoliertem Vernehmungszimmer errichtet. Der Keller des Hauptgebäudes wurde zudem als Gefängnis genutzt. Aus bautechnischen Gründen wurde der Ausbau des Kellers nicht gestattet, dennoch verschleppte die Gestapo immer mehr Gefangene in die bestehenden Kellerräume. Zwischen 1939 und 1943 befand sich zudem ein Behelfsgefängnis in der ehemaligen Remise des Marstalls. Diese Umbauten erfolgten zum größten Teil durch KZ-Häftlinge aus Buchenwald. 1942 diente die historische Reithalle als Sammelstelle für die bis dahin noch in Thüringen verbliebenen Jüdinnen und Juden. Von dort wurden sie nach Ostpolen und Theresienstadt deportiert.

1945 übernahm das sowjetische Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD) die ehemalige Gestapo-Zentrale. Nach Kriegsende wurden hier politische Gefangene der sowjetischen Besatzungsbehörden inhaftiert. Seit Juli 1951 wurden der Marstall zur Lagerung von Akten des Landeshauptarchivs, heute Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, genutzt.

Als nach der Deutschen Einheit ein Tiefenmagazin des Archivs angelegt werden sollte, mussten die beiden provisorisch angelegten Gebäude im Innenhof des Marstalls weichen. Im Rahmen einer Kunstaktion wurden 1997 die Gebäude mittels eines Brechwerkes zu Holzschnitzeln und Mauerwerksgranulat von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz (Kontakt Künstler) zermahlen. Nach Abschluss der Bauarbeiten des Magazinuntergeschosses wurde die "Zermahlene Geschichte" 2002 wieder auf die Grundrisse der ehemaligen Gestapo-Gebäude als begehbare Skulptur aufgeschüttet.

In den noch erhaltenen Gestapo-Gefängniszellen im Keller des Hauptgebäudes wird seit April 1999 eine Dauerausstellung des Staatsarchives zur NS-Geschichte des Ortes gezeigt, sowie eine Asservatenausstellung mit den vor dem Abbruch sichergestellten original Gegenständen und Gebäudeteilen.

Öffnungszeiten
Während der Öffnungszeiten des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar kann die Ausstellung besichtigt werden.
Montag bis Mittwoch: 8.00 - 16.00 Uhr
Donnerstag: 8.00 - 18.00 Uhr

Kontakt
Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar
Marstallstraße 2
99423 Weimar
Bundesland Thüringen
Tel.: +49 (0)3643 870-0
Fax: +49 (0)3643 870-100
www.zermahlenegeschichte.de

 


 

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Losung & Lehrtext

20.11.2019
Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen. Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
Psalm 71,23 Epheser 5,19

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